Alternative Wirtschaftsformen

Ein System jenseits des Kapitalismus? – Außerhalb der etablierten Strukturen Denken!

Die Wirtschaft hat unter der Corona Pandemie sehr gelitten und anstatt einen anderen Kurs einzuschlagen, wird weiter gemacht wie zuvor. Die Wirtschaft soll wieder angekurbelt werden. Dabei ist Wachstum und eigene Gewinnmaximierung im Fokus. Als Folge kommt es zu Ungleichheiten und Ausbeutung. Aber so muss es nicht weiter gehen. Wir sollten die Corona-Krise als Chance nutzen und das Wirtschaftssystem sozialer und nachhaltiger gestalten. Allerdings wissen viele nicht, dass es  Alternative Wirtschaftsformen gibt.

In dem Workshop von Bettina Müller und Dario Farcy haben wir uns mit einer Alternativen Wirtschaftsform beschäftigt: dem solidarischem Wirtschaften.

Zunächst sind wir auf die zuvor erarbeiteten Probleme in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Politik eingegangen. Dabei sind Punkte, wie zum Beispiel Armut, Leistungsdruck, Lobbyismus, Gruppenzwang, Bildungsungerechtigkeit, Chancenungleichheit, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung und Anhäufung von Reichtum gefallen. Für mich wirkten diese Probleme erst Mal unüberwindbar und ich bin mir sicher für die meisten anderen auch.

Als Lösungsansatz haben wir über das Solidarische Wirtschaften diskutiert. Beim solidarischen Wirtschaften geht es um eine demokratische Verwaltung und kollektives Eigentum. Jede Stimme zählt und diese Wirtschaftsform wird auf Mensch und Umwelt ausgerichtet. Es befriedigt nicht Kapitalinteresse und nichts ist privatisiert oder verstaatlicht. Es wird Wert auf Lokalität gesetzt.

Mehrfach kam die Frage auf, wie wahrscheinlich es ist, dass ein privates Eigentum zu einem kollektiven Eigentum wird? Vor allem in Bezug auf große Konzerne stellt dies eine große Herausforderung dar. Zunächst ist es uns schwer gefallen sich ein anderes Wirtschaftssystem auszumalen und an Faktoren zu denken, die geändert werden müssten, da wir an die jetzige Form gewöhnt sind. Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Es muss außerhalb der etablierten Strukturen gedacht werden. „Gesellschaftliche Veränderungen und eine andere Form der Produktion und des Konsums sind ein kollektives Projekt“ (Bettina Müller).

„Ohne Kapitalismus geht es nicht“ – denken viele. Aber warum? Vielleicht liegt es daran, dass uns keine Alternativen bekannt sind und dass dieses Thema in unserer Gesellschaft nicht genug thematisiert und diskutiert wird. Aber wem gehört die Welt eigentlich? Wer gibt einem das Recht diese Welt und Menschen auszubeuten?

Im Laufe des Workshops haben wir verschiedene gute Alternativen kennengelernt, die zum Teil schon im Kapitalismus umgesetzt werden. Darunter gibt es zum Beispiel:

  • SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft (Gutes aus Gretes Garten in Schwasdorf, LandKulturHof Klein Trebbow in Neustrelitz)
  • Careconomy (Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiative e.V.),
  • Verkehrswende (Carsharing Deutschlandweit, Statt Auto in Lübeck)
  • Konsum- und Produktionsgenossenschaften (SuperCoop in Berlin)
  • Dezentrale Energiegewinnung (Geno Scolar e.G. in Hessen, SoLocal in Kassel)
  • Selbstverwaltetes Wohnen (Deutsche Wohnen enteignen in Berlin, Mehrgenerationenhaus Sieben Eichen in Borrentin)
  • Selbstverwaltete Bildungseinrichtungen (Annie Heuser Schule in Berlin, eSG-Schülergenossenschaften)
  • Vereine und Initiativen für alternatives Wirtschaften (Konzeptwerk Neue Ökonomie, Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, Foodsharing Deutschlandweit)

Dieser Workshop regte zum Nach- und Querdenken an und es war sehr motivierend diese Alternativen kennenzulernen. Jedoch stellte sich die Frage, bis zu welchem Grad dies in dem jetzigen System möglich ist. Ganz nach dem diesjährigem JuKo Motto – „Das geht besser. Das muss besser gehen“.