Corona, Corona, Klima?

Die Corona Krise dominiert jetzt schon seit Monaten unsere Schlagzeilen. Hier in Deutschland stellt sie unser Leben ganz schön auf den Kopf. Dabei sind wir in einer sehr privilegierten Situation. Unser Gesundheitssystem ist standhaft und Unterstützungsgelder werden herangeschafft. Wir müssen uns also „nur“ daran gewöhnen Masken zu tragen und nicht unbedingt unseren Urlaub dieses Jahr in der Karibik zu verbringen. Dennoch scheint die größte Sorge zu sein, dass unser Wirtschaftssystem, so wie es bisher lief, so schnell nicht wieder auf den Normalzustand gebracht werden kann.

An dieser Stelle wäre es doch gut sich zu überlegen, ob dieser Normalzustand erhalten werden sollte? Ist ein Wirtschaftssystem, welches auf der Ausbeutung Anderer beruht erhaltenswert? Sollten wir nicht viel mehr die Situation nutzen, um unser Wirtschaftssystem neu zu gestalten? Solidarischer? Bei dem nicht nur diejenigen profitieren, die schon alles haben?

Vielleicht lässt sich das auch noch auf ganz andere Probleme übertragen. Die Klimakrise ist seit Corona stark in Vergessenheit geraten. An manchen Orten sieht es sogar so aus, als hätte sich die Situation verbessert. In vielen Städten ist die Luftqualität deutlich besser geworden. Ein toller Erfolg. Allerdings von nur sehr kurzer Dauer, denn mit den Lockerungen wird auch der Verkehr und die Produktion wieder volle Fahrt aufnehmen und diese kleine ‚Heilung‘ wieder zunichtemachen.

Die Klimakrise ist immer noch aktuell. Es werden immer noch zu viele Schadstoffe emittiert, zu viel konsumiert, zu viel weggeschmissen. Vielleicht ist unser Leben hier in Europa noch nicht direkt bedroht. Aber die immer intensiver werdenden Wetterereignisse haben im globalen Süden schon zahlreiche Leben gekostet. Wir können nicht erst aktiv werden wenn wir die negativen Folgen selber zu spüren bekommen.

Jetzt sollte die Zeit sein, etwas daran zu ändern. Wie könnte also eine neue Wirtschaft aussehen, die nachhaltig und nicht nur Profit orientiert ist? Deshalb möchten wir auch gerne in unserem Workshop lernen, wie wir nicht wieder einfach in die ‚Normalität‘ zurückkehren, sondern wie wir unsere Gewohnheiten ablegen und dadurch eine solidarischere Wirtschaftsweise ermöglichen.

Aber welche Gewohnheiten? Muss unser ganzer Konsum auf Null zurück gehen? – Davor haben viele Menschen Angst, wenn sie an eine Klimawende denken. Der Konsum kann niemals auf Null zurück gehen, viel mehr müssen wir diesen Konsum so nachhaltig wie möglich gestalten. Zum Beispiel eine biologische Landwirtschaft, die dem Boden nicht nur die Nährstoffe entzieht, sondern auch darauf achtet natürliche Kreisläufe zu erhalten oder die NGO ‚Cradle to Cradle‘  die sich damit beschäftigt aus Abfallprodukten wieder wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und somit die Umweltauswirkungen von vielen Produkten zu minimieren oder sogar einen positiven Effekt zu erzielen. Zum Beispiel durch wertvollen Nährstoffeintrag in den Boden durch biologisch abbaubare Produkte.

Was gibt es sonst noch für Alternativen und Lösungsansätze? Das möchten wir gerne herausfinden!

Klar ist, so wie es jetzt läuft kann es auf Dauer einfach nicht funktionieren. Rohstoffe sind endlich und auch die Zeit die uns noch bleibt unsere Emissionen soweit zu reduzieren, dass das 1.5°C Ziel noch erreicht werden kann.