Das war das Jugendkreativfestival 2019

Um kurz nach halb 10 eröffnen Tim Jonas Urbanek und Evan Sedgewick das Jugendkreativfestival 2019. Der Tag beginnt mit einen kleinen Ansprachen verschiedener Akteure aus der „for Future“-Bewegung, d.h. Science4Future, Parents for Future und Fridays for Future selbst. 

Florian Just von Fridays for Future erzählt uns von den Erfahrungen der Gruppe in Greifswald und wie wichtig ist es ist, weiter zu machen und weiterhin aktiv zu bleiben. Unterstützung erfahren die Gruppen von Seiten der Wissenschaft und der Eltern bzw. Erwachsenen, erzählen Kira Ludwig und Rolf Martens. Niklas Nienaß, EU-Abgeordneter der Grünen aus Mecklenburg-Vorpommern, ruft ebenfalls zu Beteiligung und Aktivität auf. Er berichtet uns von seinen Erfahrungen aus dem EU-Parlament.

 

Nach einer kurzen Runde fishbowl, geht es mit den Workshops des Vormittags weiter. Adrienne Györgyi übt tiefgreifende Konsumkritik und zeigt auf, wie wir durch das Tragen von Marken zu Werbewerkzeugen gigantischer Unternehmen werden. In ihrem Workshop erstellen wir ein Gegenkonzept durch Zweckentfremdung und kritische Aufschriften. Schrüppe McIntosh bringt uns in ihrem Workshop zum Thema Streetart den Gedanken näher durch Kunst auf der Straße, Menschen zum Nachdenken anzuregen. Es werden erste Ideen erarbeitet und Hinweise zur Umsetzung gegeben. Währenddessen erklärt Niklas Nienaß, dass vor allem ein kreativer Umgang mit Social Media und das Gespräch mit unseren Mitmenschen dabei helfen kann, Partizipation, Demokratie, Innovation, Nachhaltigkeit und letztlich auch eine gerechtere Verteilung voranzutreiben. Alina Steinborn vom Peernetzwerk JETZT e.V. zusammen mit Florian Just (FfF) erarbeiten mit uns einen Leitfaden, wie man eine Demonstration oder einen Protest nicht nur planen, organisieren, sondern auch erfolgreich und möglichst stressfrei umsetzen kann. Dabei bündeln sie geschickt das Handwerkszeug des Projektmanagements mit eigenen Erfahrungen aus der Organisation von Fridays for Future-Demonstrationen.

 

Als der Kopf schon brummt und der Magen knurrt, kam die Mittagspause genau rechtzeitig. Ein oder zwei Teller leckere Kürbissuppe und Gesprächen später, ging es in die Zukunftswerkstätten.

Christoph Sanders vom Konzeptwerk Neue Ökonomie erläutert kurz, was unter Degrowth verstanden wird, um dann in Kleingruppen Lösungen für, von uns angesprochenen Problemen, wie Lebensmittelverschwendung, den ständigen Anreiz zum Konsum, Vorurteile, Kommunikationsprobleme und der ungerechten Entlohnung von Frauen, zu erarbeiten. Die Lösungsansätze sind so vielfältig, wie die Problemstellung: unförmiges Gemüse verkaufen und kritisches Bewusstsein erlernen, die Wirtschaft regulieren, mehr Aufklärung und Bildung, keine Passbilder in Bewerbungen und vieles mehr.

Zur gleichen Zeit schaut Joachim Borner gemeinsam mit Interessierten auf die postfossile Wirtschaft bzw. die Bioökonomie. Auch hier spielt die Zukunftsfrage eine übergeordnete Rolle. Wir wissen, es kann so nicht weitergehen. Die Frage, die bleibt: Wie dann? Dabei fragen wir uns, wie wir die Ansätze der Bioökonomie für die regionale Wirtschaft nutzen könnten im Sinne regionaler Wertschöpfungsketten rund um den Kummerower See. Wir finden Inspiration bei Ideen, wie dem Verheizen von Gras oder denken über nachhaltige Aquakultur in den vorhandenen Seen nach. Hier müsse aber die Weiterverarbeitung des Fisches vor Ort sichergestellt werden, um einen Mehrwert zu garantieren. Wir diskutieren auch darüber, wie der Druck auf die Flächen und die Natur im globalen Süden gesenkt und geschützt werden könnte und wie wir dadurch eine neue Stufe des Postkolonialismus verhindern können. Leider bleibt uns dafür nicht so viel Zeit und es geht schon mit dem nächsten Programmpunkt weiter.

 

Abschließend wird es noch einmal laut. Die Gruppe Rhythms of Resistance, die sich am Vormittag bereits vorgestellt hatte, tritt nun mit der ganzen Gruppe in Aktion. Auf Demonstrationen geht es darum, sich gehör zu verschaffen. Sie nehmen das wörtlich und machen mit ihrer aktivistischen Samba-Gruppe Musik, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es geht nicht in erster Linie um die Perfektion der Musik, sondern um gemeinsames Trommeln und das Einstehen für zentrale Werte, wie soziale und ökologische Gerechtigkeit. Dabei ist es wichtig, dass in jeder Gruppe basisdemokratisch, antirassistisch, antisexistisch und anti-hierarchisch gearbeitet wird. Nach einer kurzen Einführung weiß jede*r von uns zumindest in etwa, was er oder sie zu tun hat. Und dann wird losgelegt. Lachend wird ausprobiert und geschaut, wer wann welchen Einsatz hat. 

Das Ende des Tages wartet mit einem weiteren Highlight auf: die Band IrremurxX. Sie machen ihrem Namen alle Ehre zur Freude des begeisterten Publikums. Zu ihrer mitreißenden Musik wurde ausgelassen getanzt und gefeiert.